Das Gelände für den Bau der Landebahn Nordwest ist 220 Hektar groß – das entspricht etwa 300 Fußballfeldern. Für den Bau der Landebahn müssen über 2,1 Millionen Kubikmeter Erde bewegt werden, um 440.000 Quadratmeter befestigte Fläche aus Beton und Asphalt zu errichten.
2 Rollwege für Flugzeuge
Die Anbindung an das bestehende Flughafengelände erfolgt über zwei Rollwege. Diese beiden Rollwege bestehen genau genommen aus fünf einzelnen Brückenbauwerken: Die beiden größten und anspruchsvollsten sind die Rollbrücken Ost 1 und West 1. Über beide Brücken werden die Flugzeuge die Autobahn A3 und die ICE-Strecke überqueren. Hinzu kommen die Brückenbauwerke West 2 und Ost 2, die beide über den Airportring führen und die Brücke Ost 3, die sich bereits auf dem bestehenden Flughafengelände befindet.
Die Rollbrücke West 1 wird in Rollbahnachse mehr als 90 Meter lang und bis zu 117 Meter breit. Die Rollbrücke Ost 1, ist – ebenfalls in Rollbahnachse - mehr als 200 Meter lang und bis zu 220 Meter breit. Rund 40.000 Kubikmeter Beton fließen in die Rollbrücke Ost 1, für die Rollbrücke West 1 werden ca. 17.500 Kubikmeter Beton verbaut. Beide Rollbrücken werden mit Bohrpfählen gegründet. Für die Brücke West 1 werden 140 Bohrpfähle benötigt, für die Brücke Ost 1 ca. 300.
Ein Tunnel für die Okrifteler Strasse
Bereits begonnen haben die Bauarbeiten für den Tunnel, der die Okrifteler Straße unter der Landebahn hindurchführt und für den umfangreiche Erdarbeiten nötig sind. Die Okriftler Straße verbindet Walldorf und Kelsterbach und wird künftig in einem 576,80 Meter langen und 18 Meter breiten Tunnel verlaufen. Rund 1,6 Kilometer der Okriftler Straße werden neu gebaut – Rad- und Fußweg inklusive. Besondere Herausforderung für die Ingenieure: Der Tunnel liegt bis zu sechs Meter tief im Grundwasser. Zunächst muss daher mit Spundbohlen und Unterwasserbeton eine wasserdichte Baugrube entstehen. Diese grundwasserschonende Bauweise minimiert die abzuleitende Grundwassermenge und verhindert, dass der Pegel absinkt. Das abgepumpte Wasser wird gereinigt und versickert wieder. Rund 330.000 Kubikmeter Boden müssen für die Straßenverlegung und den Tunnel bewegt werden, insgesamt werden dafür 48.000 Kubikmeter Stahlbeton und 6.500 Tonnen Stahl verbaut. Anfang 2010 soll die "neue" Okriftler Straße fertig sein. Erst nach Fertigstellung des Tunnels kann dieses Teilstück mit der Landebahn überbaut werden.
60 Kilometer Entwässerungskanäle
Auch Grundwasserschutz und ortsnahe Versickerung von Niederschlagswasser sind ein wichtiges Thema: Für die Entwässerung entstehen zwei Speicherbecken, acht Bodenfilter, acht Mess- und Regelschächte, zwei Ablaufpumpwerke sowie zwei Rigolen - einschließlich der zugehörigen Leitungsverbindungen. Alle diese Anlagen sind für die qualifizierte Entwässerung des auf der Landebahn Nordwest anfallenden Niederschlagswassers notwendig.
Ökoholz für heimische Tiere
Insgesamt 32.000 Festmeter Holz galt es in der ersten Rodungsphase außerhalb der Vegetationszeit für die Landebahn zu fällen. Davon vermarkten die beteiligten Rodungsfirmen etwa 25.000 Festmeter. Die restlichen 7.000 Festmeter Holz lässt Fraport in umliegenden Wäldern als Ökoholz einbringen. In den alten Baumstämmen finden Tiere wie Spechte, Fledermäuse und Käfer neuen Lebensraum.
