Der Flughafen Frankfurt (FRA) ist eine Luftverkehrs-Drehscheibe. Der englische Fachausdruck hierfür lautet Hub Airport, der wiederum Bestandteil eines Hub and Spokes-Systems ist. Hub bedeutet "Nabe" und steht für einen zentralen Verkehrsknotenpunkt. Spoke heißt "Speiche" und versinnbildlicht die Verbindungen zu den Flughäfen, die den Zubringerverkehr generieren. In unserem Fall vernetzt die Luftverkehrs-Drehscheibe FRA im Zentrum Europas den Interkontinentalverkehr mit einem leistungsfähigen europäischen Zubringer- und Verteilersystem.
Am Hub wird Verkehr gebündelt, verteilt und koordiniert. Bei uns kommen Flugzeuge aus ganz Europa an, deren Passagiere hier auf Interkontinentalverbindungen umsteigen. Umgekehrt läuft das genauso: Die Jumbos aus Übersee landen hier, und die Passagiere wechseln in Kurz- oder Mittelstrecken-Flugzeuge über. Diese transportieren sie zu kleineren Zielflughäfen weiter. Der Anteil der Transfer-Passagiere liegt in FRA inzwischen bei 50 Prozent. Wichtig ist die Hub-Funktion von FRA vor allem auch für die Lufthansa und ihre Partner der Star Alliance, die zusammen ca. 70 Prozent des Passagier- und Frachtverkehrs in Frankfurt bestreiten.
Hubs sind ökologisch sinnvoll, weil durch die Koordination der Flugverbindungen Flüge besser ausgelastet und unnötige Flüge vermieden werden. Hubs sind zudem ökonomisch, weil in einem derartigen Netzwerk erheblich mehr Verbindungen wirtschaftlich sind, als das bei einem Punkt-zu-Punkt-System der Fall wäre. Die Passagiere wiederum profitieren davon, dass in einem Hub-System eine große Zahl an schnellen und günstigen Verbindungen angeboten werden kann.
Für FRA ist es entscheidend, seine Hub-Funktion gegenüber der wachsenden Konkurrenz von Amsterdam, London und Paris zu bewahren und weiter zu entwickeln. Deswegen müssen alle Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung in erster Linie unter dem Aspekt einer optimalen Funktionsfähigkeit als Luftverkehrs-Drehscheibe gesehen werden.