Die Mediation zum Ausbau des Frankfurter Flughafens wurde 1998 von der Hessischen Landesregierung angeregt. Ihr Ziel war ein wissenschaftlich begleiteter, gesellschaftspolitischer Ausgleich der unterschiedlichen Interessen vor dem Hintergrund der geplanten Kapazitätserweiterung. Im Mittelpunkt der Arbeit standen drei Fragestellungen:
1. Welchen Beitrag leistet der Flughafen Frankfurt zur Entwicklung der Wirtschafts- und Siedlungsregion Rhein-Main unter verkehrs-, wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten?
2. Wie beeinflusst der Flughafen Frankfurt die Umweltbilanz in der Wirtschafts- und Siedlungsregion Rhein-Main?
3. Welche Entwicklung sollte die Wirtschafts- und Siedlungsregion Rhein-Main unter Beibehaltung ihrer Stärken im Zeitraum 2015/2020 nehmen und wie sollte der Beitrag des Flughafens Frankfurt zu dieser Entwicklung sein?
Zu den 21 Mitgliedern der Mediationsgruppe gehörten Vertreter der umliegenden Kommunen, die Bürgerinitiative "Offenbacher Fluglärmvereinigung", die zuständigen Ministerien auf Bundes- und Landesebene sowie Unternehmerverbände und Gewerkschaften. Als Repräsentanten des Luftverkehrs waren die Fraport AG, die Deutsche Lufthansa AG, die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH und BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) vertreten.
Den Vorsitz hatten drei Mediatoren: Der Frankfurter IHK-Präsident Dr. Frank Niethammer, der evangelische Pfarrer Prof. Kurt Oeser und der SPD-Europa-Abgeordnete Prof. Klaus Hänsch.
Der Abschlussbericht der Mediationsgruppe vom 31. Januar 2000 umfasste ein Gesamtpaket an Empfehlungen und Vorschlägen, das "fünf untrennbar miteinander verbundene Komponenten" enthielt:
1. Optimierung des vorhandenen Systems
2. Kapazitätserweiterung durch Ausbau
3. Nachtflugverbot
4. Anti-Lärm-Pakt
5. Regionales Dialogforum