Fluglärm ist die bedeutendste, aber keineswegs alleinige Geräuschquelle eines Flughafenbetriebs. Hinzu kommen die Rollverkehrsgeräusche der Flugzeuge auf dem Roll- und Vorfeld, die Geräusche der luftseitig (z.B. auf dem Vorfeld) eingesetzten Fahrzeuge wie Schlepper, Busse usw., der Lärm aus dem Wartungs- und Luftfrachtbetrieb und andere Geräuschemissionen. In den Lärmgutachten zum Flughafenausbau werden alle diese Geräuschquellen untersucht und im Hinblick auf den Ausbau bewertet. Dabei zeigt sich, dass lediglich bei den Probeläufen der Flugzeugtriebwerke Schallschutzmaßnahmen umsetzbar und effizient sind.
Verringerung des Lärms bei Triebwerksprobeläufen
Der Test von Flugzeugtriebwerken am Boden ist aus Sicherheitsgründen unerlässlich. Durch neue Mess- und Simulations-Techniken konnte in den vergangenen Jahren die Zahl der geräuschintensiven Probeläufe bei höheren Laststufen zwar reduziert werden, doch wird man diese auch in Zukunft nicht gänzlich vermeiden können, auch nicht während der Nachzeit.
Im Zuge des Flughafenausbaus sind daher weitere Maßnahmen zur Minderung der Lärmbelastung aus Triebwerksprobeläufen geplant. So ist im südlichen Werftbereich der Bau einer Triebwerksprobelaufeinrichtung vorgesehen. Da Flugzeuge bei Triebwerksprobeläufen mit höheren Laststufen mit der Nase in den Wind stehen sollen, wird diese Einrichtung je einen Standlaufplatz für Ost- und Westwindsituationen erhalten. Die Standlaufeinrichtung wird in Richtung der nächstgelegenen Bebauung lärmdämmende und schallschluckende Abschirmwände erhalten. Durch die Positionierung der Triebwerksprobelaufeinrichtung im Werftbereich Süd erhöht sich der Abstand zu den Siedlungsbereichen im Norden und Osten gegenüber den bisher genutzten Standlaufpositionen auf dem Taxiway C zwischen den Parallelbahnen. Nach Süden und Osten wirken neben den Schallschutzwänden der Standlaufeinrichtung auch die neuen Werftgebäude als Abschirmung.
Eine weitere Neueinrichtung ist der in den Süden des Flughafengelände verlagerte Triebwerksprüfstand für ausgebaute Triebwerke. Hier können Probeläufe von ausgebauten Triebwerken in einem geschlossenen und entsprechend schallgeschützten Raum vorgenommen werden. Gegenüber dem bestehenden Triebwerksprüfstand, der aufgrund des Platzbedarfes für den westlichen Abrollweg der geplanten Landebahn verlagert werden muss, wird der neue Prüfstand, dem neusten Stand der Technik entsprechend, eine höhere Schalldämmung aufweisen.